Aktionäre mögens asynchron

Die Deutsche Telekom tut’s, Karstadt-Quelle tut’s, auch Hornbach tut’s. Unternehmen nutzen immer stärker Video- oder Audiopodcasting für die Kommunikation mit Aktionären. So werden Bilanzpressekonferenzen, Pressetermine oder andere Firmen-Events online übertragen, da Analysten, Banker oder jüngere Anleger immer seltener die Zeit finden, persönlich an den Hauptversammlungen teilzunehmen. Die asynchrone Kommunikation ermöglicht es die Inhalte der Veranstaltungen auch nachträglich, zu einem selbstgewählten Zeitpunkt zu hören oder zu sehen. Podcasts von Reden der Vorstandschefs gehören zur Zukunft bei Firmen-Events und zur Kontaktpflege zu Kunden, Anlegern oder Partnern. Spezialisierte Dienstleister haben sich auf diesem Feld bereits etabliert. Zu den größten Anbietern zählt die Internet World in der Ausgabe vom 1.6.2006 Netvisions (Nürnberg), Equitystory (München) sowie NC3 (Leipzig.)

Silver Shopper erobern das Netz

Sie haben viele Namen, die neuen Hoffnungsträger der Wirtschaft: Silver Shopper, Best Ager, Generation 50 plus. So vielfältig wie die Namensgebungen, so heterogen ist diese in vielen Branchen oft noch stark vernachlässigte Zielgruppe. Sie kommen immer stärker in Schwung und sind alles andere als Technik-Muffel. Die Anfang 50jährigen etwa sehen sich keineswegs als Senioren. Entsprechend teilen Marktforscher die Zielgruppe in zwei Altersklassen ein. So werden die 50 bis 70 jährigen als sogenannte Lifestyle-Shopper bezeichnet. Sie sind fit, haben Spaß am Leben, sind bereit Geld auszugeben und verreisen gern. Continue reading

Kunst auf der Couch

Kunst auf der Couch, Foto Georg BergDas Wallraf-Richartz-Museum in Köln schlägt einen neuen Weg in der Kunstvermittlung ein. Die Besucher sollen durch rein subjektive Deutungsansätze die Psychologie in Bildern ergründen. Für eine persönliche Interpretation dargestellter Szenen oder Gemütsregungen ist nicht unbedingt kunsthistorischer Sachverstand erforderlich. Über ein Bild, für das man sich bewusst Zeit nimmt und es in Stille betrachtet, kann man mit Kunst in Kontakt kommen. Bilder stellen Fragen und geben Antworten sagt der Psychologe Hans-Christian Heiling, der das Projekt am Wallraf-Richartz-Museum betreut. Der Ansatz der Psychologen in diesem Projekt fordert, nicht gleich erklären, sondern erst mal erleben, welche Gefühle ein Kunstwerk in einem auslöst. Damit der Besucher ein Gespür für die psychologische Herangehensweise gekommt, werden noch bis Mitte Juli 2006 Führungen zu sieben berühmten Bildern des Museums angeboten. Interessant ist auch die parallel laufende Studie. Gemeinsam mit dem Psychologischen Institut der Kölner Uni wurde mit einer Studie begonnen, die untersucht, was Menschen von Museumsbesuchen abhält.

Marode Kulturfinanzen

Kunstbaum im Bend, Foto Georg BergEr hat auch schon mal bessere Zeiten gesehen, der Kunstbaum im Bend. Doch das war 1994 als anlässlich der Landesgartenschau in Grevenbroich noch satte Zuschüsse flossen. Zwöf Jahre später haben die Auswirkungen von Haushaltssperre und Nothaushaltsverfügungen, wie der Brennesseldickicht den Baum, das zarte Pflänzchen Kultur umwuchert. Vieles geht nicht mehr, und bei dem was noch geht, wird dann gleich, abwiegelnd nachgeschoben: Nein, der Haushalt wurde nicht mit Kulturausgaben belastet, alles aus Spendengeldern finanziert. – Gott sei Dank! Zu wünschen wäre hier mehr Selbstbewußtsein. Kulturbetriebe und Kulturschaffende müssen raus aus der Rolle der Bittsteller. Denn Kulturbeiträge sind eine gesellschafltich wichtige und schöne Leistung. Da die öffentlliche Hand auch auf längere Sicht wohl noch leer bleiben wird, bleibt nur eine Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. Ziel ist eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur auf Augenhöhe durch professionelles Kultursponsoring – der demokratischen Form des Mäzenatentums.