Grass‘ PR-Trommel

Blechtrommel Zeichung Max BarthollAls vor zwei Tagen die Meldung von Günter Grass‘ spätem Bekenntnis seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS durch die Nachrichten lief, dachte ich nur, welch wohl platziertes PR-Timing. Denn im September erscheint sein neuer Roman Beim Häuten der Zwiebel und nun sind nicht nur die Feuilleton-Seiten des deutschen Blätterwaldes mit dem Fall Grass beschäftigt. Unter den vielen Stimmen, die sich im Rahmen dieser Debatte äußern, erscheint mir die Meinung von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher bestechend plausibel:

Das Buch Beim Häuten der Zwiebel war seine letzte Chance. Wenn irgend ein Germanist das eines Tages herausgefunden hätte, bei einem Mann, der so auf den Nachruhm erpicht ist, dann hätte Grass die Debatte nicht mehr selber kontrollieren können.

Ein Beispiel für kontrollierte Krisen-PR wie man es oft bei Konzern-Multis beobachtet, aber selten in der Kultur.

Mogelpackung aus dem Lehrbuch

Mogelpackung SchultüteIn dieser Woche hat für mich die Schulzeit wieder begonnen. Allerdings bin ich davon nur indirekt betroffen. Na ja, so indirekt wie man als Eltern von der Schullaufbahn seiner Kinder eben betroffen sein kann. Aber aus diesem neuen und doch so altbekannten Kosmos Schule, lassen sich Themen aus der Welt des Marketing ableiten. So begegnete mir zum ersten Schultag eine Variante der Mogelpackung, wie sie klassischer kaum sein kann. Sie kam daher in Form einer netten Miniatur-Schultüte für frustrierte jüngere Geschwisterkinder. Meine Schwiegermutter kaufte sie in letzter Minute im Grevenbroicher Süßwaren-Fachgeschäft SUSI. Weiterlesen