BoooAAA – erster Demo-Baukasten im Netz!

Als flankierendes Komunikationsinstrument setzt das Online-Netzwerk Campact bei dem Protest gegen den Bau von Kohlekraftwerken auf eine virtuelle Demonstration im Netz. Ziel ist es, neben den Teilnehmern der realen Demonstration am 8. Dezember 2007 an der BoA-Bauselle in Grevebroich-Neurath, weitere Gegner der Kohlekraftwerke zu mobilisieren. In die Klimakette gegen Neurath haben sich laut Initiator bereits über 2.800 Baukasten-Demonstranten eingereiht. Von Hamburg bis Bad Tölz geben Klimaschützer ihr Statement zum Thema Kraftwerksbau ab. Mit der friedlichen Demonstration am 8. Dezember fordert die Klima-Allianz, ein Zusammenschluss aus über 80 Organistionen, eine Umkehr in der Energiepolitik. Das Timing für den Protest stimmt auch, denn zeitgleich findet die Weltklimakonferenz in Bali statt.

Mehr über die Klima-Kette gegen Kraftwerksbau in Deutschland

Einmal den schlechten Ton angeben

…das ist auf der Internetseite Bad Vibes erwünscht. Mit dem Aufruf zu einem weltweiten Voting wollen englische Wissenschaftler herausfinden, welche Geräusche Menschen als besonders abstoßend empfinden. Im sogenannten Mixer kann man sich auch gleich sein eignens Horror-Soundfile zusammenstellen: Fingernägel, die über eine Tafel kratzen, der Zahnarztbohrer, Styroporkratzen oder Mikro-Rückkopplungen können miteinander vermischt werden.

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Röhren für den heißen Schlitten

Verdammt ich hab nix, so röhrt Matthias Reim, einstiger Schlagerstar, in Anlehnung an seinen Hit, mit dem er 1990 16 Wochen lang Platz 1 belegt hatte. Die glorreichen Zeiten sind längst passé. Reim ist blank und lebt im laufenden Insolvenzverfahren. Jetzt könnte der bekennende Pleitier mit dem für Autovermieter Sixt gedrehten Video neuen Kultstatus erreichen. Die witzig gedrehte Persiflage, nach dem Motto Wenn selbst ich mir ein Cabrio leisten kann, können Sie das auch, wurde in Reims Wahlheimat Mallorca gedreht. Die Idee stammt von Agentur Jung von Matt/Elbe.

Das Verdammt-ich-hab-nix-Video

Die bedrohte Marke

Ein Symbol mit dem man in aller Welt die Alpenrepublik verbindet, ist ins Zwielicht geraten. Das Sackmesser, das als Schweizer Offiziersmesser oder Swiss Army Knife weltweit vom praktischen Sinn der Schweizer kündet. Es ist der Inbegriff schweizerischer Tüchtigkeit und Solidität. Diesen Nimbus sieht die Nation nun gefährdet. Da die Schweiz Mitglied der WTO, der World Trade Organization ist, hat sie deren Übereinkunft über das Beschaffen von Dienstleistungen und Gütern zu respektieren. Und die sieht vor, dass Aufträge, die 250 000 sfr übersteigen, weltweit auszuschreiben seien. Deshalb fürchtet man, ein ausländischer Billiganbieter könnte das Rennen machen. Und so malt man ein “Swiss Army Knife – Made in China” als Schreckgespenst an die Wand. Aber uns ergeht es auch nicht besser: Kinderspielzeug mit gesundheitsgefährdenden Substanzen made in China wird über die großen Spielzeugkonzerne in das Land der Steiff Teddies und Käthe Kruse-Puppen gespült.

Viva l’Ostel!

Authentisch – spartanisch – günstig. Die Ostalgie hat auch den Tourismusmarkt erobert. Der neueste Urlaubstrend heißt spartanischer Osten. Die Berliner Gastherberge OSTEL trifft mit ihrem Konzept den Geschmack vieler Urlauber, die die Himmelsrichtung gewechselt haben und sich nicht länger in die Karawane gen’ Süden, sondern in den Osten aufmachen. Rucksacktouristen wird das Pionierlager für 9 Euro angeboten. Die Kleinfamilie kann es sich im Plattenbauzimmer ab 38 Euro gemütlich machen. Wer aber ohne Luxus nicht auskommt, kann sich auch in die Stasi-Suite einbuchen. Ferien im Plattenbau, statt Cuba Libre am Swimmingpool? Warum nicht. Ich wünsche allen erholsame Sommerferien!

Vorwärts immer – rückwärts nimmer, so schmettert einem Erich Honecker im Ostel entgegen.

Sir Bob gibt bei BILD den Ton an

Der Sänger und Live-Aid-Gründer Sir Bob Geldorf übernimmt heute für einen Tag die BILD-Chefredaktion. Die morgige Ausgabe wird anlässlich des bevorstehenden G8-Gipfels im Ostseebad Heiligendamm vom 6. – 8. Juni 2007, das Schwerpunktthema Afrika haben. Diese Aktion ist Teil einer Zusammenarbeit zwischen Bob Geldorf und BILD. Bereits in der vergangenen Woche verfasste der Musiker mehrere Artikel zum Thema Afrika. Ziel der Kooperation ist es, die rund 12 Millionen BILD-Leser auf die Probleme der dritten Welt und die Zukunft des afrikanischen Kontinents aufmerksam zu machen. Die morgige unter ritterlicher Regie entstandene Ausgabe werde ich mir als sporadische BILD-Leserin auf jeden Fall am Kiosk holen.

Kunst im Blick

Ab heute zeigt Schanze26 Kunst im Schaufenster. Den Anfang macht Elisabeth Busch-Holitschke mit einer Arbeit aus der Serie Stühle. Die Grevenbroicher Künstlerin nähte eine ganze Reihe von Stühlen aus Nesselstoff, die sie mit Füllwatte stopfte. Fast in jeder Familie sind die Stammplätze am Tisch verteilt. Auch bei Abwesenheit eines Menschen übernimmt der Stuhl oft die Platzhalterrolle. Elisabeth Busch-Holtischke gibt ihren Stühlen unterschiedliche Charaktere. Manche sind erdig und bodenständig, andere wirken schwankend und launisch. Mit dem Thema Tafel und Kommunikation hat sich die Künstlerin immer wieder auseinandergesetzt. In ihrer aktuellen Ausstellung werden die Stühle zu Stellvertretern für das was Menschen untereinander berührt oder sie von einander ausgrenzt.

Ausstellung Stühle Galerie Judith Dielämmer

Vita Elisabeth Busch-Holitschke

Erdtafel-Zyklus

Mensch – Maschine – Kommunikation

Die Roboter kommen! So lautet der Titel der neuesten Ausstellung im Museum für Kommunikation in Berlin. Die Ausstellung dokumentiert eindruckvoll, wie weit sich Roboter in den Lebens- und Berufsalltag der Menschen integriert haben. Über 130.000 Industrieroboter arbeiten in deutschen Betrieben oder helfen im Haushalt. Es schein, als ob der alte Traum vom anspruchslosen, allzeit willigen Helfer in Erfüllung gegangen ist. Roboter forden den Menschen aber auch in besonderer Form heraus, die eigenen Kommunikationsfähigkeit an ihm zu erproben. Das Gespräch mit dem Roboter bleibt jedoch nachwievor von den Bedingungen der Technik bestimmt und ist damit immer noch eine recht einseitige Kommunikation. Die Ausstellung präsentiert Roboter zwischen Kunst und Wissenschaft, Fiktion und Realität. Dem Besucher begegnen der Werberoboter Sabor von 1955, Schlupp vom grünen Stern (Augsburger Puppenkiste von 1986), Fußball- und Industrieroboter oder die geniale Roboterband Les Robots Music von Edouard R. Diomgar aus dem Jahre 1958.

Die Ausstellung läuft bis zum 2. September 2007. Mehr Informationen zu Die Roboter kommen!

Hape über Horst

Horst Schlämmer und kein Ende. In wenigen Tagen erhält Hape Kerkeling für seine Kunstfigur Horst Schlämmer den Adolf-Grimme-Preis. Bei so viel Popularität gebietet es der Respekt auch den Schöpfer hinter der Kunstfigur zu Wort kommen zu lassen. In einem wunderbaren Tiefen-Interview, das Hape Kerkeling dem Radiosender 1Live gegeben hat, bietet er interessante Einblicke in sein ambivalentes Verhältnis zu Horst Schlämmer. Und es ist gleichzeitig ein Beleg dafür, dass der Zuschauer bestimmt wo’s lang geht. Hier eine kleine Kostprobe. Auf die Frage wie er sich den Erfolg von Horst erklärt, antwortet Hape:

Das ist mir schlicht und ergreifend ein Rätsel. Ich weiß es nicht. (lacht) Als wir mit dieser Figur anfingen, bei der ersten “Hape trifft -Sendung, da war das ein Notnagel. Mir fehlte schlicht und ergreifend eine Figur, und ich wollte mal etwas ganz Anderes machen. Da habe ich gedacht: ‘Jetzt mache ich mal ganz was Abgefahrenes, Widerliches’ (lacht), was ja auch mal Spaß machen kann. Das sollte nur ein kleiner Ausflug werden. Dass das nun mehr oder weniger der Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit daraus geworden ist, war so eigentlich nicht vorgesehen. Das entscheidet in der Tat der Zuschauer.

Das komplette Interview auf 1LIVE unbedingt nachlesen!

Ein Hoch namens Maggi

Zum ersten Mal hat sich ein Unternehmen in Deutschland ein eigenes Hoch gekauft – der momentane Dauer-Sonnenschein mit Frühlingsgefühlen als Gratispröbchen, trägt den Namen Maggi. Hierzulande bekannt als Alleskönner-Würze aus Großmutters Zeiten. Wie soll man diesen Coup von Nestlé Deutschland nun werbefachlich benennen: vielleicht branded infotainment? Egal, ein schöner Marketing-Schachzug. Die Lebensmittelmarke beantragte beim Institut für Meterologie in Berlin Wetterpatenschaft für schnäppchenverdächtige 300 Euro. Einzige Vorraussetzung, Maggi muss ein weiblicher Vorname sein. Das ist er in England – yes, indead. Wer erinnert sich nicht an handbaging former Prime Minister Maggi Thatcher! Die nachrichtenhungrigen Bundesbürger dürfen sich jetzt wohl auf ein Jahr der Marken-Hochs einstellen: Wie würe es mit Mercedes, Melitta, Concordia, Helvetia oder Edeka?