BoooAAA – erster Demo-Baukasten im Netz!

Als flankierendes Komunikationsinstrument setzt das Online-Netzwerk Campact bei dem Protest gegen den Bau von Kohlekraftwerken auf eine virtuelle Demonstration im Netz. Ziel ist es, neben den Teilnehmern der realen Demonstration am 8. Dezember 2007 an der BoA-Bauselle in Grevebroich-Neurath, weitere Gegner der Kohlekraftwerke zu mobilisieren. In die Klimakette gegen Neurath haben sich laut Initiator bereits über 2.800 Baukasten-Demonstranten eingereiht. Von Hamburg bis Bad Tölz geben Klimaschützer ihr Statement zum Thema Kraftwerksbau ab. Mit der friedlichen Demonstration am 8. Dezember fordert die Klima-Allianz, ein Zusammenschluss aus über 80 Organistionen, eine Umkehr in der Energiepolitik. Das Timing für den Protest stimmt auch, denn zeitgleich findet die Weltklimakonferenz in Bali statt.

Mehr über die Klima-Kette gegen Kraftwerksbau in Deutschland

Das Schlämmer Blog

Grevenbroicher kennen ihn schon lange, denn schließlich hat er unsere Stadt erst so richtig berühmt gemacht: Er schmatzt, grunzt und macht ekelhafte Schnarchgeräusche. Er stinkt stets nach Alkohol und hält sich dennoch für den Traummann aller Frauen: Stellvertretender Chefredakteur Horst Schlämmer. Nun hat der Mitarbeiter des Grevenbroicher Tageblatts eine neue Mission: Er macht den Führerschein. Seine ersten Gehversuche sind seit Ende Januar in seinem Blog zu finden.

Sowohl in skurrilen Tagebucheinträgen als auch in Videoaufnahmen hält Horst Schlämmer seine Theorie- und Praxisstunden fest. Zudem parliert er über seine Erfolge bei Frauen, die er durch die Bank als Schätzelein bezeichnet. Und vor einigen Tagen dann, das große Blogger-Coming-out: Das Horst Schlämmer-Blog macht intelligente Online-Werbung für den VW Golf. Ursprünglich als Info-Internet-Blog für den Führerscheinerwerb von Schlämmer getarnt, outet sich das ganze nun als sehr unterhaltsame und preisverdächtige Werbeaktion, neudeutsch auch Branded Entertainment genannt. Ich bin gespannt, ob die Schlämmer-Fans dem Horst treu bleiben und wieviel Line Extensions sich VW zum Schlämmer-Blog noch ausdenken wird. Denn eins ist klar: durch den überraschenden Erfolg der Kunstfigur Schlämmer im Netz, werden die VW-Marketer nun sicherlich weitere Werbe-Wege mit Schlämmer beschreiten.
Das Horst Schlämmer Blog

Aktionäre mögens asynchron

Die Deutsche Telekom tut’s, Karstadt-Quelle tut’s, auch Hornbach tut’s. Unternehmen nutzen immer stärker Video- oder Audiopodcasting für die Kommunikation mit Aktionären. So werden Bilanzpressekonferenzen, Pressetermine oder andere Firmen-Events online übertragen, da Analysten, Banker oder jüngere Anleger immer seltener die Zeit finden, persönlich an den Hauptversammlungen teilzunehmen. Die asynchrone Kommunikation ermöglicht es die Inhalte der Veranstaltungen auch nachträglich, zu einem selbstgewählten Zeitpunkt zu hören oder zu sehen. Podcasts von Reden der Vorstandschefs gehören zur Zukunft bei Firmen-Events und zur Kontaktpflege zu Kunden, Anlegern oder Partnern. Spezialisierte Dienstleister haben sich auf diesem Feld bereits etabliert. Zu den größten Anbietern zählt die Internet World in der Ausgabe vom 1.6.2006 Netvisions (Nürnberg), Equitystory (München) sowie NC3 (Leipzig.)

Abmahn-Parade

Wie verhält man sich als Blogger bei einer Abmahung und wie geht man den lästigen Abmahnanwälten besser gleich aus dem Weg? Georg Berg schreibt dazu in seinen Notizen was denen bleibt, die nicht schweigen wollen und verweist auf die Ratschläge von Udo Vetter:

Sie sollten daran denken, dass in unserem Land Meinungsfreiheit herrscht. Wer also seine persönliche Überzeugung äußert, ist eher auf der sicheren Seite. Also zum Beispiel: Ich finde XY zu teuer, das Essen dort schmeckt mir nicht. Den Ton des Mitarbeiters habe ich als aufdringlich empfunden. Die Grenze bildet die bloße Schmähkritik, das heißt der Versuch, jemanden grundlos in den Schmutz zu ziehen. Continue reading

Das Publikum an die Macht

Die digitale Revolution kommt gerade erst richtig in Schwung: Die Tage, in denen eine Handvoll Leute bestimmen konnte, was wir hören, sehen, lesen, sind gezählt. In naher Zukunft werden wir alle Programmdirektoren und Chefredakteure sein.

Stefan Niggemeier, Medien-Journalist,  schreibt einen sehr lesenswerten Artikel zum Phänomen der Blogosphäre und Meinungsfreiheit im Netz. Besonders interessant finde ich seine Beobachtung zum Umgang der etablierten Medien mit dem neuen Kommunikationsinstrument Blog:

Der Weg zu einer offenen Diskussionskultur fällt vor allem den etablierten Journalisten schwer

Die Zeiten, in denen Medieninhalte von einer kleinen, relativ homogenen Gruppe von Leuten produziert wurden und dem großen Rest nur das Rezipieren blieb, diese Zeiten sind bald endgültig vorbei. Das Publikum wird in Zukunft bestimmen, wann und in welcher Form es Medieninhalte konsumiert, es wird in einen viel stärkeren und öffentlicheren Dialog über diese Inhalte eintreten, und es wird selbst zum Produzenten von Inhalten.

Es wird nicht damit getan sein, die neuen Kommunikationstechnologien als schöne Attrappen in das eigene Angebot zu stellen. Der Anspruch ist, in einen echten Dialog mit Lesern einzutreten. Bei Interaktivität geht es um mehr als ums Reagieren. Es geht ums Gestalten. Es geht nicht um kontrollierte Autorität. Es geht um geteilte Autorität, so Niggemeier.

Die Realität ist eine andere

Man fühlt sich einigermaßen albern, über solche Konzepte zu diskutieren, wenn man sich die Online-Realität deutscher Medien ansieht. Zu deren Standard gehört es, Foren einzurichten. Hier kann jeder seine Wünsche, Beschwerden, Anregungen, Fragen loswerden – er könnte sie alternativ aber auch auf ein Stück Papier schreiben und verbrennen, mit ungefähr derselben Wirkung. Meist sind diese Foren kleine verwahrloste Interaktivitätsattrappen.

Der vollständige Artikel Die digitale Revolution von Stefan Niggemeier

Writing – a retro trend?

Isn’t it interesting that some of the most significant revolutions of the last twenty years have all had to do with writing? How retro is that? First we had email, then webpages, then mobile phone texting, and now blogs. All this reflects a trend whereby the world is becoming more formal in how it communicates. Instead of body language and endless conversations, communication has shifted towards endless words on a screen.

Bloggers are people with attitude. They say there’s a book inside everybody. Well, the Web and blogs have let the book out! There has literally been an explosion of opinion. Traditionally, public relations was about honing a silvery message that communicated exactly what the organization wanted us to hear. Now, we can hear all sorts of voices on the subject. It’s true democracy at work. Gerry McGovern in seinem Newsletter New Thinking über Blogs.

  • Gerry McGovern  International erfolgreicher Unternehmensberater für Website-Inhalte

Der USP der Blogger

Was die Blogger den Journalisten voraus haben, kann man als USP (Unique Selling Proposition) bezeichnen. Der amerikanische Politologe Daniel W. Drezner sieht den Wettbewerbsvorteil von Blogger in ihrer Schnelligkeit. Weil sie so schnell reagieren können, werden Blogs von Journalisten genutzt, die eine unmittelbare Interpretation der Ereignisse suchen. Blogger werden sowohl von Medien als auch von Politikern gelesen. Für die Medien sind Blogs gute Stimmungsbarometer. Und weil die bekanntesten Blogs viele Leser haben, ist es auch effizient für die Medien, die Blogs zu lesen. Es gibt deutliche Unterschiede und ein anderes Interaktions-Verhalten zwischen Blogs und den Kommentarseiten in den Zeitungen. Blogs sind viel zugänglicher, Blogger etablieren häufig persönliche Netzwerke mit anderen Bloggern, und sie senden einander Tipps und Vorschläge. Das vollständige Interview ist nachzulesen in der Netzzeitung .