Mauerjubel für den König der Tier
Huarrrrr!
Der Löw hat gebrüllt und in der Savann erzitterte die British-Beut:
Jubel nach dem 4 : 1 oder sagen wir besser 4 : 2 gegen England.

Huarrrrr!
Der Löw hat gebrüllt und in der Savann erzitterte die British-Beut:
Jubel nach dem 4 : 1 oder sagen wir besser 4 : 2 gegen England.

Das Museum of Modern Art erklärt das @-Zeichen zur Kunst. In die Design-Abteilung des Museums wurde nun erstmals ein Werk in die Sammlung aufgenommen, das gar keine materielle Präsenz mehr hat. Kuratorin Paola Antonelli erklärt: Wir waren einfach der Ansicht, dass es sich um großartiges Design handelt und deshalb unbedingt Teil unserer Sammlung sein sollte. Das @-Zeichen hat alle Qualitäten hervorrangender Gestaltung: Eleganz, Sparsamkeit, interlektuelle Transparenz und eine in die Zukunft weisende Dimension. . Nun ist das Scharnier zwischen Name und Domainadresse zu musealen Ehren gekommen und da fragt es sich doch ganz schnell: Wer hat’s erfunden? Nun, es war kein Schweizer, auch kein Italierner oder wegen seiner Sparsamkeit, könnte man auch einen Skandinavier als Schöpfer vermuten. Nein, das @-Zeichen war irgendwie schon immer da. Der Ursprung ist ungeklärt. Im Mittelalter kann es bereits nachgewiesen werden. Im Venedig des 16. Jahrhunderts war es das Zeichen für die Amphore, eine damals gängie Maßeinheit. In Amerika war es im 19. Jahrhundert als commercial a bekannt. Bei uns wurde es buchhalterisch wie das & verwendet. Es exisitierte sogar noch lange auf der Standardtastatur von Schreibmaschinen und den ersten Computern. Als dann 1971 im Internetvorläufer ARPAnet die erste E-Mail verschickt wurde, bot sich das nie benutzte Zeichen einfach an.
Essen als Maßanfertigung. Die Individualisierung schreitet unaufhaltsam voran. Seit einiger Zeit wächst die Zahl junger Unternehmen in Deutschland, die die Idee, persönlich zusammengestellte Lebensmittel im Internet zu verkaufen, umsetzen. Es ist quasi das Prinzip Maßanzug für Speis und Trank. Pioniere waren 2007 drei Studenten aus Passau, die mit ihrer Online-Müsli-Mischerei Mymuesli.de von sich Reden machten. Mittlerweile kann der webaffine Konsument auch Schokolade, Süßigkeiten, Pralinen, Säfte, Kaffee oder Brot nach eigenen Gusto zusammenstellen. Im World Wide Marketing gibt es auch für dieses Geschäftsprinzip einen Fachausdruck: Mass Customization, also das Konzpet der individuellen Massenfertigung. Was wie ein Widerspruch klingt, ist wirtschaftlich durchaus erfolgreich. Meist als kleine Start-ups im heimischen Keller oder Hinterhof gegründet, fand die Geschäftsidee des selber Mischens und Experimentierens immer mehr Abnehmer. Für die findigen Anbieter war das Einstiegsrisiko gering: es droht kaum Überproduktion, weil nur das hergestellt wird, was der Kunde bestellt hat, die Lagerkosten bleiben gering, es muss kein Ladenlokal angemietet werden und kein Beratungspersonal eingestellt werden. Die allesentscheidende Absatzplattform, die eigene Website, wurde vom Gründer oft selbst programmiert. Mittlerweile beschäftigt mymuesli.de 72 Mitarbeiter. Die noch überschaubare Branche der Maßanfertiger in Deutschland ist untereinander gut vernetzt. So werden den Bestellungen auch schon mal Werbeflyer anderer Food-Individualisten beigelegt.
Präsentieren in 400 Sekunden! Pecha Kucha ist ein festes Format, bei dem der mündliche Vortrag von exakt 20 Bildern begleitet wird, die exakt 20 Sekunden dem geneigten und meist sehr aufmerksamen Zuschauer gezeigt werden. Pecha Kucha ist somit die Antwort auf ausschweifende, ermüdende und überfrachtete Powerpointpräsentationen. Pecha Kucha ist japanisch und mein soviel wie Stimmengewirr. Pecha Kucha zwingt den Vortragenden sich auf bestimmte Inhalte seines Vortragsthemas zu konzentrieren. Pecha Kucha Nights sind Veranstaltungen, auf denen bis zu 14 Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen präsentiert werden. Die sogenannten PKN’s finden weltweit schon in 136 Städten statt. Und ziehen immer mehr Fans der kurzen Präsentation an. Hier fasse ich mich kurz. Wer mehr lesen will, der kann dies auf der offiziellen Website mit Links zu den Städten, in denen Pecha Kucha Nights veranstaltet werden.
Geben Sie auch 105,50 Euro im Jahr für den Kauf von Blumen und Pflanzen aus? Nein? Kann aber nicht sein, denn die Branche für Gartenbau und Floristik hat den Pro-Kopf -Verbrauch für Usambara-Veilchen und Co. mit eben diesem Wert beziffert. Was für ein fetter Markt. Jährlich werden fast 8,7 Mrd. Euro in Deutschland für alles was Grün ist ausgegeben. Wir sind übrigens auch Schnittblumenimport-Meister mit einem Importwert von 1,1 Mrd. Euro. Diesen blühenden Markt der Mitnahmeprodukte habe ich bislang völlig unterschätzt. Aber je länger ich darüber nachdenke, schon allein unser Liedgut ist von dieser Mentalität des Blümchen kaufens geprägt: Rote Rosen aus Athen, Tulpen aus Amsterdam und im Moment heißt es für alle Schneeflöckchen, Weißröckchen und diese schöne Eisblume gibt es sogar ganz kostenlos frei Haus!
Und noch eine plakative Geschichte: netzpolitik.org, das politische Blog für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter, lässt ein CDU-Wahlkampf-Plakat aufmischen. Im Schäuble-Plakat Remix-Wettbewerb können Leser aus dem Slogan “Wir haben die Kraft für Sicherheit und Freiheit” , neue Sprüche abseits der Wahlkampf-Worthülsen bauen. Bei dieser Adresse kann man eigene Plakat-Kreationen erstellen.
Ganz egal, ob man als Grevenbroicherin in dieser Woche den Stern oder die Neuss Grevenbroicher Zeitung aufschlägt, überall grinst er mir mit seinem einnehmenden Schnauzbartlächeln entgegen. Horst Schlämmer von der HSP. Laut Umfragen würde er derzeit 18 Prozent der Wählerstimmen erhalten. In Grevenbroich wohl noch mehr, denn hier trommelt sein Wahlkampfteam seit Tagen mächtig für den heutigen Kinostart von “Isch kandidiere” Seit drei Tagen fährt ein mobiles Großplakat mit lautem Megaphongetöse an meinem Büro vorbei und stellt sich immer pünktlich zur großen Paue vor dem Schulhof des gegenüberliegenden Gymnasiums auf. Auf dem Marktplatz haben sich Schlämmers Wahlkampfhelfer postiert und verteilen HSP-Button, Luftballons und das Kinoparteiprogramm. “Wählt misch, geht ins Kino, dann sind die Renten sicher – zumindestens meine!” Heute ist Lokalpremiere in Grevenbroich. Die Premiere ist natürlich ausverkauft – denn er wird kommen: wie immer unrasiert, unverschämt und ungeheuer beliebt.
Mit der Abwrackprämie von 2.500 Euro für ein dem Schrotthändler anvertrautes Auto hat die Regierung vor allem vielen Radiosendern eine Freude bereitet. Die Autobranche nutzt die unmittelbare Abverkaufsstärke des Radios und wirbt das sich die Bleche biegen. Werbespots, in denen wir zum Abwracken unseres Autos, der Küche oder einfach nur der alten Kaffeemaschine aufgefordert werden rauschen nur so durch die Kanäle. In einem w&v Interview (Ausgabe 10/2009) bestätigt Niels von Haken, GF MDR Werbung, “Nach unserer Wahrnehmung werden Spots für bereits gebuchte Zeiten auf Verschrottungsprämie getrimmt”. Ganz meine Wahrnehmung! In diesem Monat werden die ersten Stücke vom Verschrottungskuchen ausgezahlt. Der Ton der Radiospots dürfte sich bald verschärfen, um die noch Zögerlichen auf den immer kleiner werdenden Kuchen aufmerksam zu machen. Auch im Abwrackprämien-Schlussverkauf wird sich das Radio wieder als schnelles, schlagkräftiges und regional steuerbares Abverkaufsmedium bewähren.
Egal ob festkochende Kartoffeln oder Festgeld – beides gibt es jetzt bei Lidl. Die Finanzmärkte in aller Welt wanken, ein Beben geht durch die Bankenszene. Die Verbraucher sind verunsichert. Da kann man sein Geld auch gleich im Supermarkt anlegen. Lidl hat zwar auch nicht das beste Image und machte bislang eher durch Berichte über die schlechte Bezahlung und Behandlung seiner Mitarbeiter von sich reden. Aber wenigstens von überzogenen Managergehältern im Discounter-Imperium hat man noch nichts gehört. Vom 20. Oktober bis zum 1. November 2008 liegt das “Festgeld SuperZins”-Antragsset griffbereit an den Kassen. (Weiter …)

Summertime von Georg Berg, Beer, Devonshire, UK, 2008
Die ganze Fotoserie Summertime gibt es zur Zeit im Schaufenster von Schanze26 oder bei Alamy. Diese Agentur erteilt die Rechte für jeglichen Verwendungszweck. Für persönliche Blogs sind die Bilder recht erschwinglich. Die Nutzung dieses Bildes kostet zum Beispiel 2 Euro.