@ = Kunst
Das Museum of Modern Art erklärt das @-Zeichen zur Kunst. In die Design-Abteilung des Museums wurde nun erstmals ein Werk in die Sammlung aufgenommen, das gar keine materielle Präsenz mehr hat. Kuratorin Paola Antonelli erklärt: Wir waren einfach der Ansicht, dass es sich um großartiges Design handelt und deshalb unbedingt Teil unserer Sammlung sein sollte. Das @-Zeichen hat alle Qualitäten hervorrangender Gestaltung: Eleganz, Sparsamkeit, interlektuelle Transparenz und eine in die Zukunft weisende Dimension. . Nun ist das Scharnier zwischen Name und Domainadresse zu musealen Ehren gekommen und da fragt es sich doch ganz schnell: Wer hat’s erfunden? Nun, es war kein Schweizer, auch kein Italierner oder wegen seiner Sparsamkeit, könnte man auch einen Skandinavier als Schöpfer vermuten. Nein, das @-Zeichen war irgendwie schon immer da. Der Ursprung ist ungeklärt. Im Mittelalter kann es bereits nachgewiesen werden. Im Venedig des 16. Jahrhunderts war es das Zeichen für die Amphore, eine damals gängie Maßeinheit. In Amerika war es im 19. Jahrhundert als commercial a bekannt. Bei uns wurde es buchhalterisch wie das & verwendet. Es exisitierte sogar noch lange auf der Standardtastatur von Schreibmaschinen und den ersten Computern. Als dann 1971 im Internetvorläufer ARPAnet die erste E-Mail verschickt wurde, bot sich das nie benutzte Zeichen einfach an.

Ab heute zeigt Schanze26 Kunst im Schaufenster. Den Anfang macht Elisabeth Busch-Holitschke mit einer Arbeit aus der Serie Stühle. Die Grevenbroicher Künstlerin nähte eine ganze Reihe von Stühlen aus Nesselstoff, die sie mit Füllwatte stopfte. Fast in jeder Familie sind die Stammplätze am Tisch verteilt. Auch bei Abwesenheit eines Menschen übernimmt der Stuhl oft die Platzhalterrolle. Elisabeth Busch-Holtischke gibt ihren Stühlen unterschiedliche Charaktere. Manche sind erdig und bodenständig, andere wirken schwankend und launisch. Mit dem Thema Tafel und Kommunikation hat sich die Künstlerin immer wieder auseinandergesetzt. In ihrer aktuellen Ausstellung werden die Stühle zu Stellvertretern für das was Menschen untereinander berührt oder sie von einander ausgrenzt.
Die Roboter kommen! So lautet der Titel der neuesten Ausstellung im Museum für Kommunikation in Berlin. Die Ausstellung dokumentiert eindruckvoll, wie weit sich Roboter in den Lebens- und Berufsalltag der Menschen integriert haben. Über 130.000 Industrieroboter arbeiten in deutschen Betrieben oder helfen im Haushalt. Es schein, als ob der alte Traum vom anspruchslosen, allzeit willigen Helfer in Erfüllung gegangen ist. Roboter forden den Menschen aber auch in besonderer Form heraus, die eigenen Kommunikationsfähigkeit an ihm zu erproben. Das Gespräch mit dem Roboter bleibt jedoch nachwievor von den Bedingungen der Technik bestimmt und ist damit immer noch eine recht einseitige Kommunikation. Die Ausstellung präsentiert Roboter zwischen Kunst und Wissenschaft, Fiktion und Realität. Dem Besucher begegnen der Werberoboter Sabor von 1955, Schlupp vom grünen Stern (Augsburger Puppenkiste von 1986), Fußball- und Industrieroboter oder die geniale Roboterband Les Robots Music von Edouard R. Diomgar aus dem Jahre 1958.
Heute startete ein wunderbarer Mix aus Popmusik und Kulturnachrichten als Livestream im Netz. Vier Stunden lang macht Eins Live Kunst Lust auf Literatur und Museen, Filme und Theater und auf Musik jenseits des Mainstreams. Gesammelt werden für die wochentägliche Sendung Beiträge aus den WDR-Sendungen Mosaik und Resonanzen von WDR 3, Scala von WDR 5, Cosmo und Piazza vom Funkhaus Europa. Für mich die attraktivste Zweitverwertung seit langem. Gespannt bin ich, wie es bei der Zielgruppe, die ja allgemein als Kulturmuffel verschrien ist, ankommt. Ich jedenfalls, längst jenseits der Dreißig werde mir den Kultur-Kanal auf meinen Rechner abonnieren.
Nun ist er also in den Olymp der Designer-Welten aufgestiegen, der Kohlenstaub, der einst meine Mutter zur Verzweiflung brachte, weil jedes Mal, wenn sie ihrem Töchterchen die Nase putze, sich das Taschentuch schwarz färbte. Aus dem guten alten Kohlenstaub, von dem ich persönlich die Nase voll hatte, wurde nun ein Parfüm entwickelt. Die norwegische Künstlerin Sissel Tolaas kreierte anlässlich der
Als vor zwei Tagen die Meldung von Günter Grass’ spätem Bekenntnis seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS durch die Nachrichten lief, dachte ich nur, welch wohl platziertes PR-Timing. Denn im September erscheint sein neuer Roman Beim Häuten der Zwiebel und nun sind nicht nur die Feuilleton-Seiten des deutschen Blätterwaldes mit dem Fall Grass beschäftigt. Unter den vielen Stimmen, die sich im Rahmen dieser Debatte äußern, erscheint mir die Meinung von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher bestechend plausibel:
Der Rotstift wird angesetzt und die Kölner freuen sich. Denn es geht ausnahmsweise mal nicht um Einschnitte und Sparmaßnahmen, sondern um die Streichung des Kölner Doms von der Roten Liste des gefährdeten Weltkulturerbes. Die größte Kathedrale Deutschlands war vor 10 Jahren zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt worden. Aber seit Juli 2004 wurde dieser Titel bedroht, da die Stadt Köln mit ihren Hochhausplänen im Stadtteil Deutz an der visuellen Integrität des Doms kratzte. Nach nun zweijährigem Gezänk und Gefeilsche wurden die Höhe der im Bau befindlichen Hochhäuser beschränkt und dem Bau weiterer Hochbauten, die die Sicht auf den Dom trüben könnten, eine Absage erteilt. Der Dom bleibt visuell unangetastet, mal abgesehen von den permanenten Baugerüsten, die ihn umschwärmen, wie die Motten das Licht. Aber das ist ja wieder eine andere Baustelle names Weltklimakonferenz. Weitere Fotos von
Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln schlägt einen neuen Weg in der Kunstvermittlung ein. Die Besucher sollen durch rein subjektive Deutungsansätze die Psychologie in Bildern ergründen. Für eine persönliche Interpretation dargestellter Szenen oder Gemütsregungen ist nicht unbedingt kunsthistorischer Sachverstand erforderlich. Über ein Bild, für das man sich bewusst Zeit nimmt und es in Stille betrachtet, kann man mit Kunst in Kontakt kommen. Bilder stellen Fragen und geben Antworten sagt der Psychologe Hans-Christian Heiling, der das Projekt am Wallraf-Richartz-Museum betreut. Der Ansatz der Psychologen in diesem Projekt fordert, nicht gleich erklären, sondern erst mal erleben, welche Gefühle ein Kunstwerk in einem auslöst. Damit der Besucher ein Gespür für die psychologische Herangehensweise gekommt, werden noch bis Mitte Juli 2006 Führungen zu sieben berühmten Bildern des Museums angeboten. Interessant ist auch die parallel laufende Studie. Gemeinsam mit dem Psychologischen Institut der Kölner Uni wurde mit einer Studie begonnen, die untersucht, was Menschen von Museumsbesuchen abhält.