Jemandem eine pfeffern…

Unser Julchen sucht Schutz vor Pfeffer Pike unter'm Rhabarberblatt

Unser Julchen sucht Schutz vor Pfeffer Pike unter dem Rhabarberblatt

… könnte bald schon eine neue Bedeutung bekommen. Bedeutete es früher, einfach mit der flachen Hand zu watschen, so nimmt man in der globalisierten Neuzeit eine beinahe feuerlöschergroße Pfefferspraydose zur Hilfe. Vielleicht heißt es aber auch bald schon: “Hau ab – oder ich Pike dir einen!” – Denn am 18. November 2011, versammelte sich eine Gruppe Studenten der University of California zu einer friedlichen Occupy Demonstration. Ohne weiteren Anlass sprühte der Polizist John Pike den sitzenden Studenten Pfefferspray in die Augen. Jetzt sieht sich der Feigling einer Welle von Kollagen ausgesetzt, die ihn im Internet beschämen. Von Menschenrechtsmotiven zu Produktrezensionen und Amazon-Kundenbildern reicht die Rezeption des Ereignisses.

Ein Kleid von…?

Goldelse; copyright 2007: Georg BergBruce Darnell, Barbara Schöneberger und der Rest der Welt (ausgenommen vielleicht Rolf Seelmann-Eggebert) diskutieren vor der königlichen Hochzeit, welches Kleid Kate Middleton heute anzieht. Sicher ist man sich, dass sie auf dem Kopf einen Fascinator tragen wird. Wegen dem muss der Bräutigam, den Rolf Seelmann-Eggebert aus vielerlei Gründen bedauert, dann nach oben küssen.

Originelles vom Original

Das neue Anzeigenmotiv von Outdoorbekleider Mammut zeigt Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg mit einer original Mammut-Jacke . Auf seinen Afghanistan-Reisen trug zu Guttenberg oft Mammut. Das Bild in der Anzeige ist daher keine Montage und auch keine Fälschung, sondern ein Original-Dokument mit dem Original-Softshell, getragen von dem Mann, der ohne zu fragen viele Textpassagen anderer Autoren benutzte. Ohne zu fragen, haben auch die Werber von Mammut den Ex-Minister zu Ihrer neuen Werbefigur gemacht. Passt doch – interessant wird sein, ob das ungefragte Testimonial nun aufmuckt und Beschwerde einlegt oder sogar eine Klage anstrengt oder mit aristokratischer Gelassenheit darüber hinweg geht. Und übrigens, die erste Anzeige schaltete die Schweizer Firma in der NZZ, siehe hierzu auch “Die Gunst der Stunde”.

Mit Fehl und Tadel

Quo vadis, Herr Minister? Diese Tage werden richtungsweisend für Karl Theodor zu Guttenberg. Der bis vor kurzem als so gradlinig und entscheidungsfreudig gelobte Minister ist nun in Erklärungsnöten und wirkt ein wenig orientierungslos. Keine ganz neue Eigenschaft, wie eine von mir nun eigenhändig abgetippte und nicht per Copy and Paste eingefügte Passage aus der Doktorarbeit Guttenbergs (Seite 51) belegt.

Europa als Gedanke, Gewissheit und Realität könnte, am Ende dieser Stufenleiter angelangt und auf dem Wege zur Tradition, zum Scheitelpunkt zwischen Konservatismus und Moderne werden, der weder die Option der Gradwanderung noch die Gelegenheit der Verbindung jener Elemente auszuschließen vermag.

Meine Quelle für dieess Zitat möchte ich nicht unerwähnt lassen: Süddeutsche Zeitung vom 18.2.2011 Seite 2 Thema des Tages, Beitrag von Tanjev Schulz “Aufbau Inhalt und Stil der Dissertation”.

GuttenPlag Wiki

@ = Kunst

Das Museum of Modern Art erklärt das @-Zeichen zur Kunst. In die Design-Abteilung des Museums wurde nun erstmals ein Werk in die Sammlung aufgenommen, das gar keine materielle Präsenz mehr hat. Kuratorin Paola Antonelli erklärt: Wir waren einfach der Ansicht, dass es sich um großartiges Design handelt und deshalb unbedingt Teil unserer Sammlung sein sollte. Das @-Zeichen hat alle Qualitäten hervorrangender Gestaltung: Eleganz, Sparsamkeit, interlektuelle Transparenz und eine in die Zukunft weisende Dimension. . Nun ist das Scharnier zwischen Name und Domainadresse zu musealen Ehren gekommen und da fragt es sich doch ganz schnell: Wer hat’s erfunden? Nun, es war kein Schweizer, auch kein Italierner oder wegen seiner Sparsamkeit, könnte man auch einen Skandinavier als Schöpfer vermuten. Nein, das @-Zeichen war irgendwie schon immer da. Der Ursprung ist ungeklärt. Im Mittelalter kann es bereits nachgewiesen werden. Im Venedig des 16. Jahrhunderts war es das Zeichen für die Amphore, eine damals gängige Maßeinheit. In Amerika war es im 19. Jahrhundert als commercial a bekannt. Bei uns wurde es buchhalterisch wie das & verwendet. Es exisitierte sogar noch lange auf der Standardtastatur von Schreibmaschinen und den ersten Computern. Als dann 1971 im Internetvorläufer ARPAnet die erste E-Mail verschickt wurde, bot sich das nie benutzte Zeichen einfach an.

Pecha Kucha oder fasse dich kurz

Präsentieren in 400 Sekunden! Pecha Kucha ist ein festes Format, bei dem der mündliche Vortrag von exakt 20 Bildern begleitet wird, die exakt 20 Sekunden dem geneigten und meist sehr aufmerksamen Zuschauer gezeigt werden. Pecha Kucha ist somit die Antwort auf ausschweifende, ermüdende und überfrachtete Powerpointpräsentationen. Pecha Kucha ist japanisch und mein soviel wie Stimmengewirr. Pecha Kucha zwingt den Vortragenden sich auf bestimmte Inhalte seines Vortragsthemas zu konzentrieren. Pecha Kucha Nights sind Veranstaltungen, auf denen bis zu 14 Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen präsentiert werden. Die sogenannten PKN’s finden weltweit schon in 136 Städten statt. Und ziehen immer mehr Fans der kurzen Präsentation an. Hier fasse ich mich kurz. Wer mehr lesen will, der kann dies auf der offiziellen Website mit Links zu den Städten, in denen Pecha Kucha Nights veranstaltet werden.

Der Schäuble-Plakat Remix-Wettbewerb

Und noch eine plakative Geschichte: netzpolitik.org, das politische Blog für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter, lässt ein CDU-Wahlkampf-Plakat aufmischen. Im Schäuble-Plakat Remix-Wettbewerb können Leser aus dem Slogan “Wir haben die Kraft für Sicherheit und Freiheit” , neue Sprüche abseits der Wahlkampf-Worthülsen bauen. Bei dieser Adresse kann man eigene Plakat-Kreationen erstellen.